Geschichte der Impfung

Erstmals bei der Infektionskrankheit Pocken bemerkten die Menschen, dass das Durchstehen dieser Krankheit eine Immunisierung gegen eine weitere Infektion mit Pocken zur Folge hatte.
So injizierten sie absichtlich den abgeschwächten Erreger in den menschlichen Körper und erfanden so die Impfung.
Edward Jenner (1749-1823)
Es wird angenommen, dass schon 200 v. Chr. Menschen in Indien und China diese Technik nutzten, indem sie von kranken Menschen Krustenstücke der Pocken entfernten, zu Pulver zermalmten und in die Nase oder Wunde eines Gesunden einführten.
Auch die Bewohner osmanischer Länder, wie die Türkei, sollen ähnliche Methoden gehabt haben.

Edward Jenner (1749-1823), ein englischer Arzt, verabreichte im Jahr 1769 einem Jungen eine

Impfdosis mit abgeschwächten Erregern der Kuhpocken (eine beim Menschen leicht verlaufende
Rinderkrankheit). Dieser wurde daraufhin immun gegen gewöhnliche Pocken und so breitete sich die moderne Art der Impfung schon bald in ganz Europa aus.

Da der Impfstoff von Kühen stammte, nannte er ihn „Vaccine“ (lat. vacca=Kuh) und die Technik


Vaccination“ (lat. vaccinus=von Kühen stammend).

Louis Pasteur
Doch bisher war unbekannt, was die Ursache der Infektionskrankheiten war, bis 1864 Louis Pasteur die Keimtheorie formulierte, welche besagt, dass Mikoorganimen durch Tröpfcheninfektion übertragen werden können und Robert Koch 1876 den Bestand von Milzbrand und 1881 das Tuberkulosebakterium nachwieß und so die Existenz von bakteriellen Krankheitserregern bestätigt wurde.




1881 entwickelte Pasteur mit Emile Roux Impfstoffe gegen Milzbrand und 1885 gegen Tollwut.

Auch Paul Ehrlich, Shibasabburo Kitasato und Emil von Behring entwickelten die passive Immunisierung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf.

So entstanden Ende des 19 Jahrhunderts nationale Impfprogramme, wobei es allerdings auch zu Unfällen wie dem Lübecker Impfunglück 1930 kam, bei dem 77 Kinder starben, weil sie durch einen kontaminierten Impfstoff an Tuberkulose erkrankten, anstatt immun gegen diese zu werden.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden systematisch weitere Impfstoffe gegen virale und bakterielle Infektionskrankheiten entwickelt, wie zum Beispiel: Pocken, Tollwut, Typhus, Diphtherie, Keuchhusten, Tuberkulose, Tetanus, Gelbfieber, Grippe, Kinderlähmung, Mumps, Masern, Röteln, FSME (durch Zecken übertragene Meningoenzephalitis), Windpocken, Lungenentzündung, Hepatitis A und B, Meningitis, Haemophilus Influenzae Typ B, Schwerer Durchfall und zuletzt 2006 gegen Gebärmutterhalskrebs.

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